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Entwicklungen in der Kieferorthopädie

Seit Jahrzehnten fördern und beherrschen insbesondere zwei Regionen den Fortschritt in der Kieferorthopädie: Die Hochschulen der skandinavischen Länder entwickelten erfolgreich verschiedene herausnehmbare Geräte, während in den USA die festsitzenden Techniken (Multiband) hervorgebracht und forciert wurden. Beide Lehrrichtungen bestimmen die Kieferorthopädie.
Der eine Bereich betrifft das Wachstum und die Orthopädie, der andere Bereich die Zahnbewegungen.
Noch heute sind die Universitäten in diesen Ländern international federführend.
Wohl dem, der von diesem Wissen aus erster Hand profitieren konnte.
Professor A. Hasund von der Universität Bergen (Norwegen) wechselte an die Universität Hamburg und brachte hier sein fundamentales Wissen in die Lehre in Deutschland ein.
Auch Professor Joho bot an der Uni Genf nicht nur ein hochqualifiziertes Weiterbildungsprogramm für seine Assistenten; er war selbst in den USA und pflegte den wissenschaftlichen Austausch mit international anerkannten Kapazitäten.
Diese Professoren haben international Rang und Namen in der Kieferorthopädie.


Wachstum des Schädels und Gesichts

Auszug aus meiner Arbeit zum Thema „Wachstum des Gesichtsschädel“:
Schon Björk (1955) konnte mit Hilfe von Metallimplantaten nachweisen, dass das Wachstum nicht interstitiell erfolgt, sondern aufgrund von Apposition, Resorption und Knorpelwachstum. Mit dem Durchbruch der Zähne erfolgt gleichzeitig ein vertikales Wachstum der Alveolarfortsätze durch Knochenapposition.
Das Wachstum im Bereich der Knochensuturen ist vergleichsweise gering und endet ca. im 7. Lebensjahr. Postnatal kommt es zu einem besonders starken Wachstum im Bereich des Ramus und des Condylus der Mandibula. Enlow (1975) konnte das deutliche ventrale und vertikale Wachstum des Gesichtsschädels durch die Veränderung in diesen Wachstumszonen aufzeigen.
Moss (1962) brachte dann den Begriff der “funktionellen Matrix“ ein. Dies bedeutet, dass das Wachstum nicht nur genetisch bedingt ist, sondern auch durch die Muskelfunktion, die Weichgewebe und funktionellen Hohlräume (Nasenraum, etc.). ...
Zwillingsstudien haben jedoch gezeigt, dass das Postulat " Form follows function" im Bereich des Wachstums nicht gilt. Daher wurden die Thesen von Garliner von der Deutschen Gesellschaft für Kieferorthopädie abgelehnt. ....
Die Entwicklung und das Wachstum des Schädels, insbesondere des Viscerocraniums ist ein multifaktorieller Vorgang, der größtenteils erblich bestimmt ist, jedoch durch äußere Einflüsse und Muskelfunktion modifiziert werden kann.


Früherkennung von Fehlentwicklungen

Von Geburt an ist das Wachstum den verschiedensten Einflüssen ausgesetzt. Einen gesunden und stabilen Halte- und Kauapparat hat jener, dessen Muskelkräfte im Gleichgewicht stehen und keine Fehlfunktionen bestehen (Voraussetzung: keine genetischen oder krankheits-bedingten Fehlentwicklungen). Dies bedeutet, dass die angeboren kleine Nase auch nicht durch noch so viele Atemübungen größer wird als genetisch vorgesehen. Sie könnte jedoch bei fehlender Nutzung wegen Mundatmung noch enger ausfallen.
Daher ist es mein Ziel, bereits im Kleinkindalter Fehlfunktionen und schädliche Gewohnheiten zu diagnostizieren und angemessen zu behandeln. Dies kann durch eine myofunktionelle Therapie beim Logopäden, durch Osteopathie, durch eine HNO - ärztliche Behandlung oder durch Kieferorthopädie individuell erforderlich sein.
Eine gesunde Entwicklung ist die beste Prävention!


Angeborene Anomalien

Aufgrund der umfangreichen fundierten Facharztausbildung in allen Spezialgebieten, konnte ich bereits in Genf Kinder mit hemifacialer Parese, Dysostosis cleido - cranialis, LKG - Spalten und auch Trisomie 21 kieferorthopädisch behandeln.
Daher ist es mein besonderes Anliegen, gerade diese Kinder früh kieferorthopädisch zu betreuen, wobei das Wissen um die weitere Entwicklung und die langjährige Erfahrung von großer Bedeutung sind.
Über die Jahre hat sich hier eine sehr gute Zusammenarbeit mit den Kieferchirurgen im Bereich der Spaltpatienten entwickelt.